Vom Abfall zum Brennstoff
Bereits in der Planungsphase einer neuen Energiezentrale stand für Südleder fest, dass die Ressourcenknappheit fossiler Brennstoffe berücksichtigt werden müsse. Versuche in der Vergangenheit wiesen bereits auf die Möglichkeit hin, das aus angelieferten Tierhäuten enthaltene Fett zu gewinnen und dieses als Energieträger zu nutzen. Tierfett gilt als CO2-neutrale Biomasse (so genanntes „Grünes CO2“) und erzeugt bei der Verbrennung deutlich geringere Emissionsbelastungen als der Regelbrennstoff Heizöl EL. Die dafür vorgesehene Aufbereitungstechnik sowie detaillierte Analysen wiesen darauf hin, dass diese Emissionen deutlich unter dem Bagatellmassenstrom der TA Luft liegen würden.
Südleder errichtete in 2006 eine Anlage zur Gewinnung von Tierfett aus dem Unterhautbindegewebe von rohen Tierhäuten (genau genommen Fett aus dem so genannten Leimleder) sowie eine Dampferzeugeranlage von Clayton, die sowohl mit Erdgas, Heizöl EL als auch mit Tierfett betrieben werden kann. Die neue flexible Schnelldampferzeugeranlage hat gegenüber dem alten Dampfkessel einen höheren Kesselwirkungsgrad (93 % gegenüber 84 %), der sich in einer verbesserten Energiebilanz bei niedrigeren Emissionsmassenströmen niederschlägt.